Sep 30, 2015

Klare Forderung an Regierung


Am Dienstag sind die Neuzeller für eine Ortsumgehung auf die Straße gegangen. Auch die Ortsfeuerwehren der Umgebung haben diese Aktion unterstützt.
Kategorie: Informatives
Erstellt von: Justus T.

Zwischen 700 und 800 Menschen beteiligten sich an einer Kundgebung und einem Protestmarsch durch das Dorf. Die Bundesstraße war währenddessen voll gesperrt.

"Außenrum statt mittendurch", "Sagt ja zur Ortsumgehung", "Sichere Schüler, glückliche Schüler", war unter anderem auf den Plakaten zu lesen, die am Dienstagvormittag in den Himmel gestreckt wurden. Zumeist waren es Schüler der Rahnschulen, die sich die Mühe gemacht hatten. "Wir haben im Fach Politische Bildung über die Demonstration gesprochen und unser Lehrer hat uns gebeten, Plakate zu gestalten", erzählt Kristin Liebsch. Sie und Freundin Tabea Matthies sind der Aufforderung gefolgt.
 

Demo für Ortsumgehung Neuzelle-Eisenhüttenstadt

Wie die Anwohner sind sie täglich von dem dichten Verkehr auf der B112 betroffen, der sich durch Neuzelle schlängelt - in stetig wachsender Zahl auch Schwerlastverkehr. Die Laufwege durch den Ort, die die Mädchen und ihre Schulkameraden jeden Tag haben, bergen ein großes Gefährdungspotenzial.

"Heute richten wir ein Zeichen an die Landesregierung", betonte daher Ralf-Torsten Noack, Mitglied der Bürgerinitiative "Ortsumgehung Neuzelle" in seiner Ansprache an die Demonstranten. Die Initiative hatte die Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz und den anschließenden Protestmarsch organisiert. Zwischen 700 und 800 Menschen waren gekommen, schätzte Revierpolizist Siegfried Aust.

Applaus gab es aus der Menge auch für die Ansprache von Neuzelles Bürgermeister Dietmar Baesler, der die bisherigen Entwicklungen rund um den gewünschten Teilabschnitt der Oder-Lausitz-Straße seit 1995 Revue passieren ließ, und dabei eines immer wieder feststellen musste: "Kein Fortschritt". Welcher Politiker auch immer Einsatz versprach - Matthias Platzeck, Dietmar Woidke, Jörg Vogelsänger -, passiert sei bisher nichts. Dabei gäbe es bereits allen nötigen Unterlagen. "Aber die blieben in der Schublade", sagte der Bürgermeister und richtete folgende Forderung nach Potsdam: "Leiten Sie die Pläne weiter an den Bund."

Auch für Eisenhüttenstadt wäre die Realisierung des letzten Bauabschnitts zwischen der Stadt und Neuzelle wünschenswert, erklärte Michael Reichl von der Stadtverwaltung Eisenhüttenstadt, der Bürgermeisterin Dagmar Püschel vertrat, in Hinblick auf den Industriestandort. "Es muss kräftig Wind gemacht werden, damit der Bau ernsthaft angegangen werden kann", sagte er. Ausdauerndes Engagement versprach der CDU-Landtagsabgeordnete Andreas Gliese, der sich die Verwirklichung der Ortsumgehung auf die Fahnen geschrieben hat. Er weiß, dass die Neuzeller die Nase voll haben von all den ungehaltenen Versprechungen und teils schon am Ende ihrer Kräfte sind.

"Die Schränke wackeln, die Gläser klirren, die Fenster können wir kaum öffnen", beschreibt Monika Reschke die Sorgen der Anwohner in der Waldstraße. Auch Dagmar Bork ist Neuzellerin und trägt im Ort die Post aus. "Für meine Kollegen und mich ist die Situation lebensgefährlich", nennt sie ihren Grund zu demonstrieren. Am Dienstag konnten sie und alle anderen für eine gute Stunde erleben, wie es ist, wenn im Ort kein Verkehr herrscht. Während des Protestmarsches, der auf der B112 stattfand, war diese voll gesperrt, was zu Rückstaus in beide Richtungen führte.

Zu Ausschreitungen war es während der Demonstration nicht gekommen, sagte Mitorganisator Kurt-Reiner Jantke von der Bürgerinitiative im Anschluss. "Besonders freuen wir uns über die große Resonanz", lautete sein Fazit.

 

Quelle: http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1425593/ (30.09.2015)

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