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Hinzugefügt am: 15.06.2015 um 13:10 Uhr

Generationen brennen für die Feuerwehr


Steinsdorf (MOZ) Die schnellsten Feuerwehrleute im Amt Neuzelle kommen aus Kobbeln und Neuzelle. Das hat der Amtsausscheid der Feuerwehren am Sonnabend ergeben. Doch viel wichtiger als die zu vergebenen Pokale waren an diesem Tag der Spaß und die gute Stimmung unter den Feuerwehrleuten.
Kategorie: Wettkampfsport
Erstellt von: Justus T.

"Mein Kommando gilt. Auf die Plätze, fertig ... Peng." Etliche Male tönt dieser Satz am Sonnabend über den Sportplatz in Steinsdorf. Und immer wieder rennen Feuerwehrleute, und die, die es noch werden wollen, los, greifen sich ein Strahlrohr und sprinten weiter bis zu dem Punkt, an dem es heißt: Wasser marsch! Und natürlich wird nicht wild herumgespritzt, sondern ein Ziel anvisiert. Wie wichtig da ein ordentlich zusammengelegter Schlauch ist, das wissen die Mitglieder einer Jugendmannschaft aus Neuzelle nun. Ihr Schlauch verdrehte sich, ließ keinen einzigen Tropfen Wasser durch. Ein Fehler, der bei einem echten Einsatz fatale Folgen haben kann. In Steinsdorf kostete er nur kostbare Zeit und wahrscheinlich einen Podestplatz. Denn die Jugendlichen wollten beweisen, dass sie es besser können und traten außer Konkurrenz noch einmal an. Diesmal klappte alles. Und die Zeit war so gut, dass sie für Platz zwei gereicht hätte. Sei es drum.

Der achtjährige Matteo aus Schwerzko schaut sich die Läufe der Größeren genau an. Er selbst ist Mitglied der Neuzeller Kinderfeuerwehr. Kein Wunder: Papa, Opa, Onkel - sie alle sind ehrenamtliche Feuerwehrmänner. Und Matteo ist schon auf dem besten Weg dorthin. Auch er flitzte wenige Minuten zuvor über den Rasen und schoss mit dem Wasserstrahl hoch konzentriert drei Flaschen vom Holzbalken. Angefeuert von Eltern und Freunden. "Das macht Spaß", erzählt er.

Und er ist nicht der Einzige, der für die Feuerwehr brennt. "Wir haben einen guten Zulauf bei der Kinderfeuerwehr, also bei den Sechs- bis Neunjährigen", berichtet Neuzelles Amtswehrführer David Schulz. "Sogar eine Warteliste gibt es." Sorgen um den Nachwuchs macht er sich derzeit nicht. "Erst heute haben wir wieder 19 Jugendliche aus der Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung übernommen." Und es gibt noch etwas, das Schulz an diesem Tag lächeln lässt. Seit dem Jahr 2008 sind erstmals wieder alle Wehren aus Neuzelle beim Amtsausscheid "Löschangriff nass" dabei. Das liege auch daran, dass die Wettkampfordnung überarbeitet worden sei. "Jetzt ist es möglich, dass eine Feuerwehr bei der anderen aushilft, falls diese nicht genug Leute für eine Mannschaft zusammenbekommen haben sollte." Die Wellmitzer beispielsweise machten von dieser Regeländerung Gebrauch. Bei ihnen war ein Ratzdorfer dabei - Feuerwehrmänner halten eben zusammen. Das sieht auch Amtsdirektor Hans-Georg Köhler: "Es ist eine hervorragende Sache, dass alle dabei sind", findet er und ist sicher, dass die Neuzeller Wehren, in denen es knapp 300 Aktive gibt, gut aufgestellt sind. "Aber auch der Amtsausscheid wurde exzellent vorbereitet. Großes Lob an die Steinsdorfer." Sogar Petrus spielte mit, meinte es fast zu gut. Die Sonne brannte so stark, dass selbst David Schulz meinte: "Das ist schon fast zu heiß." Aber er könne sich noch gut erinnern an das Jahr 1996. "Da fand der Amtsausscheid schon mal hier statt, da war es genauso heiß."

Doch auch daran haben die Organisatoren gedacht: Für die jüngsten Besucher wurden Planschbecken aufgestellt - für eine Erfrischung zwischendurch. Natürlich waren auch die Getränkewagen gut vorbereitet.

Den Kobbelner Männern machte die Hitze an diesem Tag offensichtlich gar nichts aus: Sie brauchten nur 38,37 Sekunden für Sprint und Spritzen. Das reichte für Platz 1. "Mit der Zeit sind wir sehr zufrieden. Wir hatten gar nicht damit gerechnet, weil wir gar nicht so doll für den Ausscheid trainiert hatten", sagt Löschzugführer Maik Lehmann, während einer seiner Leute einen großen Schluck aus dem Siegerpokal nimmt. "Den dürfen wir behalten, weil wir ihn nun schon dreimal gewonnen haben." 2010, 2011 und 2015. Dafür wurde ein von den Kobbelner Feuerwehr-Frauen aufgestellter Rekord von 2011 gebrochen. Die Neuzeller Damen blieben 0,05 Sekunden unter der bisherigen Amtsbestmarke von 43,35.

 

Quelle: http://www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1398086 (15.06.15)

 

Foto-Galerie der MOZ vom Amtsausscheid 2015: http://www.moz.de/galerie/uebersicht/g3/378785/378786/