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Hinzugefügt am: 02.09.2014 um 14:15 Uhr

Kreisausscheid '14


Amtsmannschaft auf Platz 2
Kategorie: Jugendfeuerwehr
Erstellt von: Justus T.

Viele Wochen, teilweise in den Ferien, trainierte Sieghart Minschke mit der Amtsjugendmannschaft für den diesjährigen Kreisausscheid in Woltersdorf. Die Mannschaft setzte sich aus Mitgliedern aller Ortsjugendfeuerwehren aus dem Amt zusammen.

Es war eine Frage von Hundersteln und winzigen Details in der Wettbewerbsordnung, aber letztendlich musste sich Neuzelle gegen den Rivalen Groß Muckrow geschlagen geben. Zum ersten mal seit 2006 wird keine Neuzeller Jugendmannschaft am Landesausscheid teilnehmen.

 

MOZ-Artikel:

Quelle: http://www.moz.de/heimat/lokalredaktionen/fuerstenwalde/artikel6/dg/0/1/1316959/

Gosener sind Spitze an der Spritze

Woltersdorf (MOZ) Der Kreisfeuerwehrverband hatte seinen Nachwuchs zum alle zwei Jahre stattfindenden Kreisausscheid nach Woltersdorf eingeladen. In drei Disziplinen wetteiferten Mädchen und Jungen zwischen 10 und 18 Jahren um Bestleistungen. Die Sieger kamen aus Groß Muckrow und Gosen.

Zielsicher: Ricardo Wußnick (11) und Tony Lucke (14) von der Jugendfeuerwehr Gosen beim Staffellauf an der Kübelspritze

Zielsicher: Ricardo Wußnick (11) und Tony Lucke (14) von der Jugendfeuerwehr Gosen beim Staffellauf an der Kübelspritze © MARION THOMAS

Ungewöhnlich viele Feuerwehrautos säumten den Zugang zum Woltersdorfer Sport- und Freizeitpark an den Fuchsbergen. Doch Blaulicht und Martinshorn blieben diesmal ungenutzt - die vielen Feuerwehrleute begleiteten ihre Jugendfeuerwehren zu sportlichen Wettkämpfen.

Auf der Tartanbahn rund um den Woltersdorfer Kunstrasenplatz waren bereits Hindernisse aufgebaut: Fenster- und Eskaladierwand, Laufbalken und Kübelspritze warteten darauf, von den Teilnehmern möglichst schnell bezwungen zu werden. Die Feuerwehr-Stafette 5x80m war die erste von drei ausgetragenen Disziplinen. Dabei war nicht nur Schnelligkeit, sondern auch Geschicklichkeit gefragt, denn mit der Kübelspritze mussten kleine Büchsen als Ziele in fünf Meter Entfernung getroffen werden.

Danach stand die Gruppen-Stafette an, die praxisnahe Handfertigkeiten forderte: Das gesamte Team musste Schläuche ausrollen und richtig verbinden, drei Seile mit den geforderten Knoten versehen und erneut mit der Kübelspritze Ziele treffen - und das natürlich so schnell wie möglich.

Als dritte und letzte Disziplin bewältigten alle Mannschaften den "Löschangriff nass". Schon die Vorbereitung forderte höchste Konzentration: Vor dem großen Wassertank und der Tragkraftspritze, die das Wasser ansaugt, wurden von den Teams die Schläuche sorgfältig aufgerollt und mit den nötigen Verbindungsstücken auf der Plattform abgelegt. Nach dem Start musste die Löschwasser-Förderstrecke aufgebaut, Verteiler für die Strahlrohrstrecke gesetzt und letztlich zwei Ziele wie Brandherde bekämpft werden. Und dann das Kommando: Wasser - Marsch!

Es ist wohl die Vielfalt der Aufgaben, die Kinder und Jugendliche am Beruf des Feuerwehrmanns begeistern. "Du weißt bei einem Einsatz nie, was dich erwartet", meint Ulrik Romahn, Maschinist und Gruppenführer von der Woltersdorfer Feuerwehr. "Man trifft in Sekundenschnelle Entscheidungen, die Leben retten können. Da müssen nicht nur alle Handgriffe sitzen, sondern auch die Fahrzeuge und Mannschaften richtig aufgestellt sein." Das erfordert regelmäßiges Training, und viele sind seit frühester Kindheit dabei.

Anna-Lena Dietrich aus Beeskow zum Beispiel kam bereits als Siebenjährige zur Feuerwehr, Vater und Onkel als Vorbild. "Mir machen diese Wettkämpfe Spaß", meinte sie nach der Team-Stafette. "Man lernt so viel bei der Feuerwehr und hat da seine Freunde." Acht Jahre ist sie schon dabei, will ihr Hobby aber nicht zum Beruf machen. Dennoch möchte sie auch später bei der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz sein.

Justus Tavernier aus Neuzelle hingegen wird ab Oktober in Magdeburg Sicherheit und Gefahrenabwehr studieren, um später hauptberuflich als Feuerwehrmann tätig zu sein. Auch er ist seit acht Jahren dabei und in der Jugendfeuerwehr groß geworden. Inzwischen ist er stellvertretender Jugendwart und Ausbilder für den Nachwuchs.

Für alle Beteiligten waren die Wettkämpfe in Woltersdorf eine große Herausforderung und haben großen Spaß gemacht. Die Mädchenmannschaft aus Groß Muckrow, die Jugendlichen der AK 1 (10 - 14 Jahre) aus Gosen sowie die Jugendlichen der AK 2 (14 - 18 Jahre) aus Groß Muckrow wurden als Siegerteams geehrt. Sie haben sich damit qualifiziert, den Landkreis Oder-Spree bei den Landesmeisterschaften vom 19. bis 21. September in Ludwigsfelde zu vertreten.

André Giese, Jugendwart des Kreisfeuerwehrverbandes, lobte vor allem die guten Bedingungen an den Woltersdorfer Fuchsbergen: "Die Kameraden haben alles bestens organisiert." Und dennoch schwingt in seinem Fazit etwas Enttäuschung mit: "Schade, dass sich nur so wenige Mannschaften dem Wettkampf gestellt haben. Ich weiß nicht, woran es liegt." Im Kreis gibt es 63 Jugendfeuerwehren mit rund 800 Mitgliedern. Nach Woltersdorf kamen davon lediglich fünf Mannschaften aus vier Orten. Selbst die Gastgeber bekamen kein Team zusammen.